«Jede Kilowattstunde zählt»

Jede Kilowattstunde zählt – PV bietet die low hanging fruits

14.06.2022Helion

«Jede Kilowattstunde zählt», fordert eine neue Volksinitiative. Richtig! Die Energiewende braucht alle erneuerbaren Energien. Die Photovoltaik liefert mit Abstand den grössten Teil zum günstigsten Preis und bei grösster Akzeptanz.

 

Im Tages-Anzeiger war unlängst zu lesen, dass eine Volksinitiative geplant ist, die in der Verfassung den Ausbau der erneuerbaren Energien als prioritäres Ziel festschreiben will. Auslöser dafür sind die unendlich langen und komplizierten Bewilligungsverfahren für Windanlagen und Wasserkraftprojekte. Zurecht schreiben die Initianten, dass für die Energiewende «jede Kilowattstunde zählt». Wir unterstützen diese Forderungen. Wir haben bei der Wasserkraft noch 2 bis 3 TWh Energie, die wir abschöpfen können und sogar ein wenig mehr bei der Windenergie. Es sind wichtige Kilowattstunden, die wir künftig für die Energiewende gut brauchen.

Mit dem Potenzial der Sonnenenergie spielen wir aber in einer anderen Liga. Da geht es nicht um ein paar wenige TWh, sondern um deutlich mehr: Bis 2050 sind wir in der Lage, bis zu 50 TWh Strom oder mehr zu erzeugen. Wir können Projekte rasch realisieren, von Kleinanlagen auf Einfamilienhausdächern bis Megawatt-Anlagen auf Gewerbebauten. Die Akzeptanz ist gross, der Widerstand klein. Unsere Herausforderungen liegen in der Bürokratie und dem derzeitig wenig soliden und zuverlässigen Finanzierungsmodell, das jetzt vom Ständerat mit der gleitenden Marktprämie für Grossanlagen endlich in Aussicht gestellt wird. Natürlich wird es anspruchsvoller, wenn wir auf bestehende Infrastrukturen bauen wollen oder versuchen, freie Flächen zu nutzen. Beides ist jedoch lösbar und braucht einzig simple Anpassungen im Raumplanungsgesetz. Solche Anlagentypen werden vor allem für die Steigerung der Stromproduktion im Winter in Betracht gezogen. Auch hier halten wir gerne entgegen, dass Photovoltaik-Anlagen im Mittelland auch im Winter einen Drittel des Stroms liefern, und das zu wesentlich geringeren Kosten als die Stromanlagen im alpinen Raum.

Medien schreiben gerne über die Probleme, die mit dem Zubau erneuerbarer Energien verbunden sind. Diese gibt es und die Photovoltaik bildet hier keine Ausnahme. Wir wissen aber, wie wir sie lösen können, zusammengefasst im 11-Punkte-Programm von Swissolar. Deshalb appellieren wir gerne an die Politik und auch an die Redaktion des Tages-Anzeigers und anderer Medien, sich mehr auf die grossen und leicht realisierbaren Photovoltaik-Potentiale zu fokussieren, die sich kostengünstig und rasch, da breit akzeptiert, umsetzen lassen. Holen wir uns jetzt die low hanging fruits, dann kommt es gut und die Energiewende wird richtig abheben.