Migros speichert Solarstrom in Schweizer Kochsalz

09.03.2021Helion
Innovenergy und Helion realisierten mit weiteren Partnern die schweizweit grösste Salzbatterie für Solarstrom. 

 

Die Migros-Filiale in Rietbach/Schlieren ist eine Energie-Plus-Filiale. Das heisst, das Gebäude produziert mit der 806 kWp starken Solaranlage auf dem Flachdach mehr Strom als es braucht. Weil das Gebäude tagsüber nicht so viel Strom braucht wie produziert wird, hat sich die Migros dazu entschieden, in einen Stromspeicher zu investieren, um möglichst viel Solarstrom selber nutzen zu können.

 

Die Migros setzt bei allen ihren Tätigkeiten auf ökonomisch, ökologisch sowie sozial ausgewogene Lösungen und liess sich folglich auch bei der Suche nach einem geeigneten Stromspeicher von diesem Credo leiten. Fündig wurde die Genossenschaft Migros Zürich in einer Kollaboration aus sechs Unternehmen. Im Zentrum dieser Lösung stehen die Salzbatteriespeichersysteme der Schweizer Firma innovenergy aus Meiringen. Das besondere an der Salzbatterie ist, dass die Batterieblöcke aus unbedenklichen Roh­stoffen angefertigt wurden, die in der Natur reichlich vorhanden sind: Nickel, ­Eisen, Keramik und vor allem gewöhnliches Kochsalz, das aus den Rheinsalinen im Kanton Baselland stammt.

Andreas Frölich, Fachspezialist Energiemanagement bei der Genossenschaft Migros Zürich und die Salzbatterie

Andreas Frölich, Fachspezialist Energiemanagement bei der Genossenschaft Migros Zürich und die Salzbatterie. Bildquelle: Migros Magazin.

 

Somit ist die Salzbatterie nicht nur eine umweltfreundliche und nachhaltige Alternative zu den bekannten Lithium-Ionen-Batterien, auch die Wertschöpfung findet in der Schweiz statt. Das ist nicht nur im Interesse der Migros, sondern auch im Sinne der Philosophie von Helion. Nachhaltig sind die Salzbatterien übrigens auch bei der Entsorgung. Hat die Salzbatterie nach 15-20 Jahren ausgedient, so wird die verbrauchte Batterie vom Hersteller zurückgenommen und das Metall sowie die Salze vollständig recycelt und der Metall- sowie Bauindustrie zurückgeführt.

 

Aufbau und Installation durch Helion

Für die leistungsstarke Photovoltaikanlage ist auch ein entsprechend grosser Batteriespeicher gefragt. Der Speicher in Schlieren hat eine Kapazität von 540 Kilowattstunden, besteht aus 24 Modulen mit je 22,5 Kilowattstunden und wiegt rund 7 Tonnen. Helion, ein Geschäftsbereich von Bouygues Energies & Services in der Schweiz, hat die ganzen Aufbauten im Technikraum montiert und die Salzbatterien installiert.

Salzbatterie-Aufbau, umgesetzt von Helion

Helion hat den Aufbau der Salzbatterie vorbereitet. Bildquelle: Migros Magazin.

 

Somit besitzt die Migros aktuell das grösste Salzbatteriespeichersystem der Schweiz. Andreas Frölich, Fachspezialist Energiemanagement bei der Genossenschaft Migros Zürich:

 

«Wir wollten keinen Lithium-Speicher, wie er vor allem bei Elektroautos schon verbreitet ist, sondern setzen auf einen deutlich umweltfreundlicheren Salz-Nickel-Speicher. Diese wartungsarme und langlebige Technologie ist heute noch teurer, aber wir hoffen, mit diesem Pilotprojekt auch die Weiterentwicklung zu fördern. Zudem ist uns auch wichtig, Erfahrung zu sammeln.»

 

Auch Andreas Jungo, Head Product Management bei Helion ist von dem Produkt der Firma innovenergy überzeugt:

 

«Wir sind davon überzeugt, dass Salzbatteriespeicher ihren Platz in der Energiezukunft finden werden. Es freut uns sehr, dass wir dieses innovative Projekt begleiten durften. Bereits heute installieren wir bei jeder dritten Photovoltaikanlage einen entsprechenden Stromspeicher, um den Solarstrom optimal zu nutzen. Wir freuen uns, wenn wir bei grossen wie auch kleinen Projekten mehr und mehr nachhaltige Salzbatterien einsetzen dürfen.»

 

Bereits befinden sich weitere Projekte mit Salzbatterien in der Pipeline: Von der kleinen Einfamilienhaus-Speicherlösungen ab neun Kilowattstunden bis zu einem noch grösseren Batteriespeicher mit rund 1,5 Megawattstunden. Weitere Informationen über Speichermöglichkeiten von Solarstrom erhalten Sie hier: Stromspeicher